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Ansprache des
Bürgermeisters Hannes Seper
anlässlich der Eröffnung des Kindergartens am 31.10.2009
Die Geschichte unseres alten
Kindergartengebäudes reicht in das Jahr 1853 zurück, als die
Gewerkenkinder Florian Haselsteiner und Theresia Karner auf einer
Teilparzelle des einstigen „Hauses am Ort“ versuchten, sich ein
eigenes Heim zu schaffen.
Das ebenerdige Haus Markt Nr. 50, eben das alte, ursprüngliche
Kindergartenhaus, erwarb 1870 Eleonore Gräfin Hoyos-Sprinzenstein,
um darin eine Kinderbewahranstalt und eine Handarbeitsschule zu
gründen. Diese Anstalt beschäftigte sich vorzugsweise mit Kindern,
deren Eltern im Kampf ums Dasein nicht in der Lage waren, ihre
Kinder im vorschulplichtigen Alter oder in schulfreien Stunden zu
beaufsichtigen und zu beschäftigen.
Nach mündlicher Überlieferung soll es einer persönlichen
Freundschaft zwischen Gräfin Hoyos und der inzwischen
seliggesprochenen Mutter Maria Theresia Scherer, Gründerin des
Ordens der barmherzigen Schwestern vom
hl. Kreuz zu danken sein, dass Mitglieder des Provinzhauses Linz mit
der Führung von Kinderasyl und der Handarbeitsschule betraut wurden.
Da es schwierig war, beide Projekte in nur einem Raum
unterzubringen, ließ Gräfin Eleonore das Haus im Jahr 1886
aufstocken.
Im Jahre 1947 wurde der Kindergarten durch das Land Niederösterreich
übernommen. Die Leitung oblag aber nach wie vor dem Orden der
barmherzigen Schwestern vom hl. Kreuz. Erst 1994 endete diese, mehr
als 120 Jahre andauernde, segensreiche Tätigkeit der
Ordensschwestern mit unserer sehr geschätzten Schwester Birgit.
1956 wurde der östliche Gruppenraum auf das Doppelte vergrößert und
hat in dieser Konstellation bis 1994 den Gutensteiner Kindern
gedient.
1994 wurde das Haus durch die Marktgemeinde Gutenstein von der
damaligen Besitzerfamilie Hoyos käuflich erworben. Seit dieser Zeit
werden die Kinder auch von weltlichen Kindergärtnerinnen und
Helferinnen betreut. Ebenfalls in diesem Jahr wurde an der
westlichen Seite der noch heute existierende Bewegungsraum
errichtet, der in Zukunft den Gutensteinern für diverse
Veranstaltungen und Aktivitäten zur Verfügung stehen wird.
Im Jahre 2007 kam dann vom Land NÖ das Angebot an die Eltern, dass
auch 2 ½ jährige Kinder den Kindergarten freiwillig besuchen dürfen.
Somit war klar, dass auch in Gutenstein der Bedarf für eine 3.
Gruppe besteht.
Dieser Bedarf wurde am 20.11.2007 durch die Abt. Kindergarten des
Landes NÖ, im Einvernehmen mit der Marktgemeinde Gutenstein, auch
offiziell festgestellt.
Der Kindergarten war in den Jahren bis 2007 immer ein besonderes
Sorgenkind der Gemeindevertreter. Das doch in die Jahre gekommene
Gebäude zeigte gravierende Mängel und mehrere Arbeitsgruppen haben
sich deshalb bereits mit Sanierungsvorschlägen und Umrüstungen
herumgeschlagen.
Auf Grund der geänderten Vorgaben wurde nun eine neue Arbeitsgruppe,
bestehend aus dem Leiter GfGR Hans Dattes und den Gemeinderäten:
Irene Bugl, Adelheid Ofner, Gerald Tappler, Michael Kulle und Thomas
Rathner, gegründet, die am 8.1.2008 mit der Arbeit zum
Kindergartenneubau begann.
Der Bauzustand des alten Kindergartens wurde hinterfragt und alte
Umbaupläne besichtigt. Dabei mussten gravierende Fehler sowohl in
der Tragkonstruktion als auch in den Grundfesten festgestellt
werden. Auch die sanitären Anlagen entsprachen überhaupt nicht mehr
dem heutigen Stand der Technik.
Ursprünglich war an eine Aufstockung und Sanierung des bestehenden
Gebäudes gedacht. Genauere Untersuchungen ergaben jedoch, dass dies
weder finanziell, noch technisch sinnvoll wäre und so wurde am
26.2.2008, gemeinsam mit der Hochbauabteilung des Landes NÖ, die
Entscheidung gefällt, einen kompletten Neubau in Planung zu nehmen.
Die Arbeitsgruppe KIGA hat dann in unzähligen Sitzungen und
Besprechungen die Grundlage für die Entscheidung des Gemeinderates
erarbeitet und der Gemeinderat hat daraufhin, in seiner Sitzung am
17.3.2008, den Neubau des Kindergartens einstimmig beschlossen.
Am 7.Juli 2008 wurde schlussendlich mit dem Neubau begonnen. Dazu
parallel wurde im alten Kindergartengebäude der ganz normale
Kindergartenbetrieb weitergeführt, allerdings mit der Einschränkung,
dass die gewohnte Spielwiese nicht zur Verfügung stand.
In dieser Situation hat sich der Ankauf des unteren Bleichgartens
durch die Marktgemeinde Gutenstein als äußerst vorteilhaft erwiesen.
Konnten doch nun die Kinder auf eine ca. 3 ha große Spielwiese
zurückgreifen, ohne irgendeine Straße zu betreten, oder überqueren
zu müssen.
Übrigens war dieser Bleichgartenkauf auch in anderen Bereichen für
den Kindergarten sehr vorteilhaft. So wurde z.B. ein Parkplatz für
Mitarbeiter und Eltern geschaffen und die Kinder können nun den
Kindergarten betreten oder verlassen, ohne sofort auf der befahrenen
Lorbeergasse zu stehen.
Doch zurück zum Neubau – bei der Ausschreibung wurden vorwiegend
ortsansässige Firmen oder Firmen aus der näheren Umgebung
beauftragt. Mit der Planung und Bauleitung wurde Ing. Reinhard
Hackel betraut. Ing. Reinhard Hackel hatte die schwierige Aufgabe,
die gesetzlichen Anforderungen und Auflagen, die das Kindergarten-
und Schulgesetz an ein solches Bauwerk vorsieht, in Einklang mit den
baubehördlichen Bestimmungen zu bringen.
Das war soweit die technische Herausforderung. Es galt jedoch auch
noch die Forderungen der Arbeitsgruppe KIGA, die in erster Linie für
die Funktionalität, für Elternvorstellungen und die optische
Ausführung verantwortlich zeichnete und die Wünsche sowie
Erfahrungswerte der Kindergartenleitung zu berücksichtigen. Genau so
wichtig waren die energetische und die gestalterische Komponente
dieses Bauwerkes.
Zu all diesen Anforderungen kamen noch das ordnungsgemäße Entfernen
des alten Gebäudes und die technische und optische Einbindung des
alten Bewegungsraumes in die neue Situation, hinzu.
Besonders erwähnen möchte ich dabei die Heizanlage unseres neuen
Kindergartens. Zur Beheizung des gesamten Gebäudes wird eine
monovalente Wärmepumpe mit 5 Tiefenbohrungen, jeweils 100 m tief,
verwendet. Die Wärme wird der Erde entnommen, in einem
Pufferspeicher gelagert und der Fußbodenheizung zugeführt.
Anschließend wird die Raumluft in einem modernen
Wärmerückgewinnungsverfahren gereinigt und zurückgeführt. Moderner
und effizienter geht es sicherlich nicht mehr. Auch in diesem
Bereich hat sich der Bleichgartenkauf als Vorteil erwiesen, da wir
am Kindergartengrund nicht die Möglichkeit gehabt hätten, diese
Tiefenbohrungen unterzubringen.
All dies kostet natürlich auch Geld, viel Geld. Die Baukosten für
den Kindergarten wurden vom Land NÖ mit € 1.262.800,-- excl.
veranschlagt. Durch effiziente Ausschreibung und Bauführung werden
wir voraussichtlich mit € 1.100.000,-- excl. abrechnen.
Der Löwenanteil der Kosten, nämlich € 760.900,-- konnte durch
Fördermittel des Landes NÖ aufgebracht werden. Die Differenz von €
340.000,-- muss allerdings die Marktgemeinde Gutenstein übernehmen.
Viel Geld – aber in unsere Kinder und somit in unsere Zukunft, ist
dieses Geld sicher gut investiert.
Nach der Errichtung eines Bauwerkes dieser Größenordnung ist großes
und ehrliches Dankeschön geboten:
1. Allen bauführenden Firmen für die hervorragende Arbeit, Mitarbeit
und Zusammenarbeit.
2. Für die Planungsunterstützung, für die Themenidee und für die
farbliche Gestaltung zeichnete
ARst. Mag. Wolfgang Lehner verantwortlich. Ein Dankeschön
dafür!
3. Planung und Bauaufsicht sind bei einem solchen Projekt eine
Knochenarbeit – ein Dank
unserem Bauleiter Ing. Reinhard Hackel!
4. Ein Dank auch unserer Crew im Kindergarten! Sie mussten zum einem
an der Planung
mitarbeiten und mit dem Provisorium doch eine geraume Zeit
leben.
5. Der Gemeinderat ist die oberste Entscheidungsinstanz in der
Gemeinde. Der Gemeinderat kann
jedoch nur Entscheidungen und Beschlüsse fassen, die
ordnungsgemäß aufbereitet sind. Für
diese Arbeit und für unzählige Entscheidungen war die
Arbeitsgruppe Kindergarten
verantwortlich
und ich möchte dabei den Leiter dieser AG besonders erwähnen
– Danke GfGR Hans Dattes
und der ganzen AG KIGA
6. Der besondere Dank gebührt natürlich dem Land NÖ. Ohne die
geleisteten Subventionen wäre
die Verwirklichung dieses Projektes überhaupt nicht möglich
gewesen und ich ersuche daher
unseren NR Hans Rädler unser Dankeschön Herrn LH Dr. Erwin
Pröll zu übermitteln.
7. Zum Schluss danke ich auch den Kindergartenkindern, die,
unterstützt durch ARst. Mag.
Wolfgang Lehner und dem Kindergartenpersonal, aktiv an der
Gestaltung ihres neuen
Kindergartens mitgewirkt haben.
Wir haben es geschafft! Unsere Kinder können in einem modernen,
hellen und schönen Gebäude heranwachsen und können sich auf die
bevorstehenden anstrengenden Aufgaben - und das Großwerden ist nun
einmal anstrengend -bestens vorbereiten
DANKE AN ALLE!!! |