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Wir trauern um unseren Ehrenbürger Ernst Wolfram Marboe.
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Nach längerer schwerer Krankheit verstarb E.W.
Marboe am 12.Jänner 2012.
Marboe war mehr als drei Jahrzehnte im ORF tätig, davon fast zehn
Jahre als Programmintendant
Am 10. August 1938 in Wien geboren, absolvierte Marboe nach dem
Realgymnasium Schottenbastei ein Regie- und Schauspielstudium am Max
Reinhardt-Seminar und ein Studium der Theaterwissenschaften und
Germanistik an der Universität Wien.
Ende der 50er, Anfang der 60er Jahre war er als Assistent und
Inspizient bei den Bregenzer Festspielen, bei den Salzburger
Festspielen und bei einer Burgtheatertournee durch Deutschland,
Belgien, Holland und Luxemburg tätig. Er war in diesem Zeitraum auch
Mitarbeiter bei Opernhäusern in Stuttgart, Hamburg und Frankfurt
sowie der Österreichischen Gesellschaft für Literatur. |
Marboe begann bereits 1961 als Autor und Regisseur
beim ORF. Im Jahr 1971 wurde er zum Leiter der Abteilung Hörspiel und
Literatur im Landesstudio Niederösterreich bestellt, wo er ab 1976 als
Intendant des Landesstudios fungierte. 1978 avancierte er zum Intendanten
von FS 2. Ab 1. August 1984 war er Fernseh-Programmintendant, als der er
neun Jahre wirkte.
In seiner Programmintendanz verhalf der Miterfinder und Organisator der
Spendenaktion "Licht ins Dunkel" der Kultur im Fernsehen zu einem neuen
Stellenwert und schuf schließlich mit dem "Cafe Central" eine telegene
Einrichtung für regelmäßige Kulturgespräche.
Als 1999 der Vertrag von Peter Janisch auslief, wurde Marboe mit der
künstlerischen Leitung der Raimundspiele Gutenstein betraut, die er "auf
ein völlig neues Fundament" stellte. Der Ankauf eines lichtdichten
Theaterzeltes und die dazugehörige Infrastruktur wie Bühne, Tribüne, Ton-
und Lichtanlage untermauerten diesen Anspruch.
Am 26. Juli 2000 fand die Premiere der Raimundspiele "neu" mit Raimunds
"Verschwender" statt. In den darauffolgenden Jahren schaffte es Marboe,
das gesamte Werk Raimunds als kompletten Zyklus, in bisher einmaliger
Weise, aufzuführen und auch in Bild und Ton festzuhalten.
Mit Ernst Wolfram Marboe verlieren wir nicht nur einen Ehrenbürger,
sondern auch einen wahren Freund Gutensteins.
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