Der Haslrastpaßweg, zwischn Guatnstoan und Rohr,
der besteht gwiß scho seit viel hundert Jahr.
Nur oans, des is sicher, viel älter als er,
is die Gschicht drobm van Herrgott, d' Haslrastmär.
Der Herrgott, darzählt ma, war z'Fuaß auf der Erd,
und drobm hat Er grast't und hat bitterlih grehrt.
Denn wia Er so hinschaut, übers Guatnstoaner Tal,
gibt's an' Stich Eahm im Herzn vor Wehdam und Qual.
Nur dachgache Leitna, voll Stoanwänd und Wald.
Und die Schluachtn so eng, daß koan Sunn einifallt.
Koan Platz für a Hofstatt, an' Gartn, a Flur.
Koan Weg und koan Steg. A Wildnis halt nur.
Wer soll da lebm, hat der Herrgott sih denkt.
Ih möcht da nit bleibm, wann ma(r)'s Land gleih
wer schenkt.
Koan Schriatt geht er weiter. Am Paß macht Er kehrt,
und wie Er so zruckgeht, hat Er allweil noh grehrt.
Doh, Er waar nit der Herrgott, wia soll's anderscht sein.
Es laßt Eahm koan Ruah, und scho fallt Eahm was ein:
Die Leut, was da siedln und da amal lebm,
denen, sinniert Er, muaß ma bsonders was gebm.
Die Liab za der Hoamat, die brauchn s' vor alln,
und zan Hausn im Wald, halt a gröberne Schaln.
Und zan Zuapacka Händ, so hirt als wia 's Erz.
Aber innwendi eini, a butterwoachs Herz.
Mit der Freud an an' Liadl und an' feina Hamur,
mit an' Sinn für das Schöne, noh obmdrein dazua.
Und a so sand's don wordn, die Guatnstoaner Leut,
und wann der Herrgott heut herschaut,
dann hat Er gwiß noh sei Freud.
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Der Haselrastpaßweg, zwischen Gutenstein und Rohr,
der besteht bestimmt schon seit vielen hundert Jahren.
Nur eines, daß ist sicher, viel älter als er,
ist die Geschichte oben vom Herrgott, die Haselrastmär.
Der Herrgott, erzählt man, war zu Fuß auf der Erde,
und oben hat er gerastet und hat bitterlich geweint.
Denn wie er so hinsieht, über das Gutensteiner Tal,
gibt es einen Stich ihm im Herzen vor Schmerzen und Qual.
Nur steile Abhänge, voller Steinwände und Wald.
Die Schluchten so eng, daß keine Sonne hineinfällt.
Kein Platz für eine Hofstätte, einen Garten, eine Flur.
Keinen Weg und keinen Steg. Eine Wildnis halt nur.
Wer soll da leben, hat der Herrgott sich gedacht.
Ich möchte da nicht bleiben, wenn mir das Land auch
wer schenkt.
Keinen Schritt geht er weiter. Am Paß macht er kehrt,
und wie er jetzt zurückgeht, hat er die ganze Zeit
noch geweint.
Doch, er wäre nicht der Herrgott, wie soll es anderst sein.
Es läßt ihm keine Ruhe, und schon fällt ihm was ein:
Die Leute, die da siedeln und da einmal leben,
denen, sinniert er, muß man besonders was geben.
Die Liebe zu der Heimat, die brauchen sie vor allem,
und zum Leben im Wald, halt eine gröbere Schalle.
Und zum Zupacken Hände, so hart wie das Erz.
Aber innerlich, ein butterweiches Herz.
Mit der Freude an einem Lied und einen feinen Humor,
mit einem Sinn für das Schöne, noch obendrein dazu.
Und so sind sie dann geworden, die Gutensteiner Leute,
und wenn der Herrgott heute herschaut,
dann hat er sicherlich noch seine Freunde.
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